Montag, 5. Dezember 2011

KULTUR FORMEN

   PRODUKTE, TECHNIK & ORGANISATION  

Technologien sind das Markenzeichen gesellschaftlichen Wandels. Mit Technik wird Zukunft geschrieben und Vergangenheit verstanden. Dabei ist es eine Feinheit der Sprache, dass meist ein exemplarisches Produkt für eine bestimmte Technologie steht.
Es sind Erfindungen wie das Schiff, das Flugzeug, der Computer oder das Telefon, die unsere Kultur massiv geformt haben. Diese Erfindungen ruhen aber längst nicht mehr auf den Technologien, mit denen sie einst die Welt veränderten.


Das Schiff verlor seine Segel, das Flugzeug bekam das Strahltriebwerk, der Computer liest nicht mehr von Lochkarten. Der Computer ist derweil wie das Telefon digital geworden. Und der Hybrid aus beidem, das Smartphone, navigiert, vernetzt und unterhält uns nun von unterwegs.
Produkte greifen in das Wesen der Gesellschaft ein und verändern das Leben der Menschen.

Dennoch hat nicht etwa der Ottomotor oder der Mikrochip in den vergangenen 300 Jahren für den meisten Wohlstand gesorgt. Es war die Wirtschaftsform der Gesellschaft mit beschränkter Haftung, so behauptet es zumindest der Wissenschaftspädagoge Mark Stevenson. Ein institutionelles Vehikel also und keine Technologie hat seiner Meinung nach für Wohlstand gesorgt.

Somit gibt es neben Produkten und Technologien eine entscheidende dritte Komponente, die unsere Kultur verändern kann. Es sind Organisationsstrukturen wie Institutionen, Handelsformen oder Sozialfunktionen die eine Technologien oder ein Produkt in die Gesellschaft einordnen. Lucius Burckardt nannte diese Komponente das Unsichtbare am Design.

Unter dem Aspekt eines umfassenden Kulturverständnisses versteht sich Culture Forming als theoretische Orientierungshilfe beim gestalten von Produkten und Gesellschaftstrukturen die dem Menschen dienen.

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