PRODUKTE, TECHNIK & ORGANISATION
Technologien sind das Markenzeichen
gesellschaftlichen Wandels. Mit Technik wird Zukunft geschrieben und
Vergangenheit verstanden. Dabei ist es eine Feinheit der Sprache, dass
meist ein exemplarisches Produkt für eine bestimmte Technologie steht.
Es sind Erfindungen wie das Schiff, das Flugzeug, der Computer oder das
Telefon, die unsere Kultur massiv geformt haben. Diese Erfindungen ruhen
aber längst nicht mehr auf den Technologien, mit denen sie einst die
Welt veränderten.
Das Schiff verlor seine Segel, das Flugzeug bekam das Strahltriebwerk,
der Computer liest nicht mehr von Lochkarten. Der Computer ist derweil
wie das Telefon digital geworden. Und der Hybrid aus beidem, das
Smartphone, navigiert, vernetzt und unterhält uns nun von unterwegs.
Produkte greifen in das Wesen der Gesellschaft ein und verändern das Leben der Menschen.
Dennoch hat nicht etwa der Ottomotor oder der Mikrochip in den
vergangenen 300 Jahren für den meisten Wohlstand gesorgt. Es war die
Wirtschaftsform der Gesellschaft mit beschränkter Haftung, so behauptet
es zumindest der Wissenschaftspädagoge Mark Stevenson. Ein institutionelles Vehikel also und keine Technologie hat seiner Meinung nach für Wohlstand gesorgt.
Somit
gibt es neben Produkten und Technologien eine entscheidende dritte
Komponente, die unsere Kultur verändern kann. Es sind
Organisationsstrukturen wie Institutionen, Handelsformen oder
Sozialfunktionen die eine Technologien oder ein Produkt in die
Gesellschaft einordnen. Lucius Burckardt nannte diese Komponente das Unsichtbare am Design.
Unter dem Aspekt eines umfassenden Kulturverständnisses versteht sich
Culture Forming als theoretische Orientierungshilfe beim gestalten von
Produkten und Gesellschaftstrukturen die dem Menschen dienen.
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